Zum Inhalt springen
Wissensportal · alle Inhalte mit amtlichen Quellen belegtAktuelle Änderungen1So prüfen wirÜber uns
Kostenlose Beratung
LexikonWohnen & Hilfsmittel

Roll­stuhl­ram­pe: Arten, Steigung und Zuschuss

Mobile und feste Rampe, Hilfsmittel oder Wohnumfeld, Maße und Antrag

Aktualisiert 30.10.20266 Min. Lesezeit

Kurz erklärt

Eine Rollstuhlrampe überbrückt Stufen und Schwellen. Eine mobile Rampe kann die Krankenkasse auf Rezept als Hilfsmittel übernehmen, eine fest installierte Rampe bezuschusst die Pflegekasse mit bis zu 4.180 Euro. Beantragen Sie vor dem Kauf oder Bau und klären Sie die Zustimmung des Vermieters.

4.180 €
Höchstzuschuss der Pflegekasse je Maßnahme für eine fest eingebaute Rampe (§ 40 Abs. 4 SGB XI)
6 %
Höchste Steigung nach den KfW-Mindestanforderungen (Stand 05/2021), ausnahmsweise bis 10 %
1,00 m
Mindestbreite der nutzbaren Fläche nach den KfW-Mindestanforderungen
1,50 × 1,50 m
Mindest-Bewegungsfläche an Zu- und Abfahrt nach den KfW-Mindestanforderungen

Was steht Ihnen zu?

Eine Pflegeberatung prüft Ihre Situation und zeigt, welche Leistungen Sie beantragen können. Kostenlos und unverbindlich.

Die Beratung erfolgt durch einen geprüften Beratungspartner.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Rollstuhlrampe ist eine schräge Fläche, die Stufen oder Schwellen für Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen überbrückt. Es gibt mobile und feste Rampen.
  • Eine mobile Rampe kann die Krankenkasse auf ärztliches Rezept als Hilfsmittel übernehmen. Sie zahlen 10 Prozent zu, heute 5 bis 10 Euro, ab 1. Januar 2027 7,50 bis 15 Euro.
  • Eine fest installierte Rampe gilt als Eingriff in die Bausubstanz. Die Pflegekasse kann sie ab Pflegegrad 1 mit bis zu 4.180 Euro bezuschussen. Beantragen Sie vor Baubeginn.
  • Die KfW verlangt für ihre Förderung eine Steigung von höchstens 6 Prozent, ausnahmsweise bis 10 Prozent. Eine Zahl aus der DIN 18040 nennen wir nicht.

Was ist eine Rollstuhlrampe? Einfach erklärt

Eine Rollstuhlrampe überwindet einen Höhenunterschied ohne Stufe. Sie hilft am Hauseingang, an der Terrassentür, an Schwellen oder einzelnen Stufen. Auch Rollator-Nutzer profitieren.

Wichtige Begriffe: Die Steigung wird in Prozent angegeben. Sechs Prozent bedeuten 6 Zentimeter Höhe auf 100 Zentimeter Länge. Ein Podest ist eine ebene Zwischenfläche zum Ausruhen und Wenden. Ein Handlauf gibt Halt. Die Bewegungsfläche ist der freie Platz vor und hinter der Rampe, auf dem sich ein Rollstuhl drehen lässt. Zum Rollstuhl selbst lesen Sie Rollstuhl, für Stufen im Haus den Treppenlift und fürs Bad das barrierefreie Bad.

Mobile und feste Rampe im Vergleich

Mobile und feste Rampe (Stand 29. Oktober 2026)

MerkmalMobile RampeFeste Rampe
BeispieleAuffahrrampe, Teleskoprampe, SchwellenrampeBetonrampe oder Metallrampe am Hauseingang
Eingriff in die BausubstanzNein, lässt sich abbauen und mitnehmenJa, fest installiert
Möglicher KostenträgerKrankenkasse als HilfsmittelPflegekasse als wohnumfeldverbessernde Maßnahme
VoraussetzungErforderlich, um eine Behinderung auszugleichen, ärztliches RezeptPflegegrad 1 bis 5, Notwendigkeit im Einzelfall
Eigenanteil10 % des Kassenpreises, heute 5 bis 10 €, ab 2027 7,50 bis 15 €Alles über 4.180 € je Maßnahme
AntragRezept und Vertragspartner der KasseKostenvoranschlag, Antrag vor Baubeginn
VermieterIn der Regel nicht nötigZustimmung einholen

Quellen: § 33 und § 61 SGB V, § 40 SGB XI, GKV-Spitzenverband (Empfehlungen), Hinweis einer Krankenkasse zu mobilen Rampen (Stand 08.09.2026). Im Einzelfall entscheidet die Kasse.

Hilfsmittel oder Wohnumfeld? So grenzen Sie ab

Nach den Empfehlungen des GKV-Spitzenverbands zählen fest installierte Rampen zu den Eingriffen in die Bausubstanz. Das ist eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme, die Pflegekasse kann sie bezuschussen. Eine Rampe, die Sie abbauen und mitnehmen können, greift nicht ein. Eine große Krankenkasse nennt mobile Rampen als Hilfsmittel auf ärztliches Rezept. Sie bleiben Eigentum der Kasse und gehen zurück, wenn der Bedarf entfällt. Ob Ihre Kasse zahlt, entscheidet sie im Einzelfall. Mehr unter Pflegehilfsmittel und wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Steigung, Breite und Sicherheit: Was belegt ist

Rampen nach den KfW-Mindestanforderungen (Stand 05/2021)

MerkmalAnforderung
SteigungHöchstens 6 %, ausnahmsweise bis 10 %, wenn es baulich nicht anders geht
Nutzbare BreiteMindestens 1,00 m
ZwischenpodesteAb 6,00 m Länge, mindestens 1,50 m lang
HandläufeBeidseitig in 0,85 m Höhe, Enden ragen nicht frei in den Raum
Zu- und AbfahrtBewegungsfläche von mindestens 1,50 × 1,50 m
AußenrampeEntwässerung muss sichergestellt sein

Quelle: KfW, Technische Mindestanforderungen Barrierereduzierung (455-B), Stand 05/2021, Förderbereich 3. Die KfW rät bei den 10 Prozent, vorab zu prüfen, ob die Nutzer damit zurechtkommen.

RechenbeispielRechenbeispiel: Wie lang wird die Rampe?Angenommen: Drei Stufen mit je 17 Zentimetern Höhe (angenommener Wert) führen zur Haustür. Die Rampe soll den KfW-Wert von 6 Prozent einhalten.
Höhenunterschied3 × 17 cm
51 cm
Länge bei 6 % Steigung51 cm ÷ 0,06 = 850 cm
8,50 m
Zwischenpodest (ab 6,00 m Länge)mindestens 1,50 m
1,50 m
Gesamtlänge der Rampe8,50 m plus 1,50 m
10,00 m
Zum Vergleich: Länge bei 10 % (Ausnahme)51 cm ÷ 0,10 = 510 cm
5,10 m

Schon drei Stufen brauchen etwa 10 Meter. Dazu kommt an jedem Ende eine Bewegungsfläche von 1,50 × 1,50 Meter. Reicht der Platz nicht, prüfen Sie Alternativen wie einen Lift oder einen anderen Zugang.

Nachgerechnet. Stufenhöhe angenommen, Anforderungen laut KfW.

Zuschuss und Kostenträger

  • Fest installierte Rampe: Die Pflegekasse zahlt bis zu 4.180 Euro je Maßnahme (§ 40 Abs. 4 SGB XI), bei mehreren Pflegebedürftigen in einer Wohnung bis zu 16.720 Euro. Der Zuschuss gilt schon ab Pflegegrad 1 und ist nachrangig.
  • Mobile Rampe: Die Krankenkasse kann sie als Hilfsmittel übernehmen (§ 33 SGB V). Ein Pflegegrad ist dafür nicht nötig. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent des Kassenpreises, heute mindestens 5 und höchstens 10 Euro, ab 1. Januar 2027 mindestens 7,50 und höchstens 15 Euro.
  • KfW: Der Zuschuss 455-B nimmt laut Meldung vom 31. Juli 2026 derzeit keine neuen Anträge an. Der Kredit 159 ist verfügbar, bis 50.000 Euro je Wohneinheit.
  • Sozialamt: Fehlen Eigenmittel, siehe Hilfe zur Pflege.

Preise für Rollstuhlrampen nennen wir nicht. Uns liegt keine amtliche oder neutrale Preisübersicht vor.

Antrag Schritt für Schritt

Feste Rampe

  1. Bedarf und Maße klärenMessen Sie den Höhenunterschied und den verfügbaren Platz. Eine Wohnberatungsstelle hilft bei Planung, Kostenvoranschlag und Vermieter.
  2. Zustimmung einholenMieter fragen den Vermieter, Wohnungseigentümer die Gemeinschaft. Fragen Sie beim Bauamt, ob eine Genehmigung nötig ist.
  3. Kostenvoranschlag einholenDie Pflegekasse braucht ein Angebot einer Fachfirma.
  4. Antrag vor Baubeginn stellenBeantragen Sie den Zuschuss bei der Pflegekasse. Sie entscheidet nach drei, bei Beteiligung des Medizinischen Dienstes nach fünf Wochen. Ohne Mitteilung eines Grundes gilt die Leistung nach Fristablauf als genehmigt (§ 40 Abs. 7 SGB XI).
  5. Bauen lassen und Rechnung einreichenErteilen Sie den Auftrag erst nach dem Bescheid.
Mobile Rampe: Lassen Sie sich ein ärztliches Rezept ausstellen, wählen Sie einen Vertragspartner Ihrer Krankenkasse, der den Antrag einreicht und Sie einweist. Eine Empfehlung im Pflegegutachten ersetzt bei der festen Rampe den Antrag nicht.

Mieter, Eigentümer und Genehmigung

Mieter können nach § 554 BGB verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Anspruch entfällt, wenn sie dem Vermieter auch unter Würdigung Ihrer Interessen nicht zugemutet werden können. Abweichende Vereinbarungen zu Ihrem Nachteil sind unwirksam. Holen Sie die Zustimmung schriftlich ein und klären Sie, ob Sie beim Auszug zurückbauen müssen.

Wohnungseigentümer können nach § 20 Abs. 2 WEG angemessene bauliche Veränderungen verlangen. Weil Außenanlagen und Eingangsbereiche meist Gemeinschaftseigentum sind, beschließt die Gemeinschaft über die Durchführung. Ob eine feste Außenrampe genehmigt werden muss, regeln die Länder. Fragen Sie beim Bauamt nach.

Häufige Fehler

  • Den Auftrag erteilen, bevor die Pflegekasse entschieden hat.
  • Zu steil planen: Kurze, steile Rampen sind ohne Begleitperson gefährlich.
  • Die Bewegungsfläche an Zu- und Abfahrt vergessen.
  • Handlauf und rutschhemmenden Belag vernachlässigen, besonders bei einer Außenrampe.
  • Zustimmung von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft vergessen.

Ausblick: Was 2027 gilt und was geplant ist

Rampe: heute und ab 2027

WasHeuteAb 2027laut Kabinettsentwurf
Zuschuss für feste Rampe (§ 40 Abs. 4 SGB XI)Gesetzentwurf, nicht beschlossenBis 4.180 € je MaßnahmeUnverändert
Abtretung an die FirmaGesetzentwurf, nicht beschlossenNicht gesondert geregeltWirksam erst nach Anzeige bei der Pflegekasse (§ 35b)neu
Zuzahlung für Hilfsmittel der KrankenkasseBeschlossen und verkündet, gilt ab 1. Januar 202710 %, mindestens 5 €, höchstens 10 €10 %, mindestens 7,50 €, höchstens 15 €mehr

Heute: SGB XI und SGB V, Stand 29.10.2026. Zuschuss und Abtretung: Gesetzentwurf der Bundesregierung vom 30.09.2026, nicht beschlossen. Zuzahlung: GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, BGBl. 2026 I Nr. 228.

Eckpunkte und Zeitplan des Entwurfs stehen auf der Seite zur Pflegereform 2027.

Häufige Fragen

Was ist eine Rollstuhlrampe?

Eine schräge Fläche, die Stufen oder Schwellen für Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen überbrückt. Sie kann mobil sein oder fest am Haus installiert werden.

Zahlt die Krankenkasse eine Rollstuhlrampe?

Eine mobile Rampe kann sie als Hilfsmittel übernehmen, wenn sie erforderlich ist, meist auf ärztliches Rezept. Die Zuzahlung beträgt 10 Prozent, heute höchstens 10 Euro, ab 2027 höchstens 15 Euro. Die Kasse entscheidet im Einzelfall.

Zahlt die Pflegekasse eine Rampe und wie viel?

Für eine fest installierte Rampe kann die Pflegekasse bis zu 4.180 Euro je Maßnahme zuschießen, schon ab Pflegegrad 1. Beantragen Sie den Zuschuss vor Baubeginn mit Kostenvoranschlag.

Wie steil darf eine Rollstuhlrampe sein?

Die KfW verlangt für ihre Förderung höchstens 6 Prozent, ausnahmsweise bis 10 Prozent. Eine Zahl aus der DIN 18040 nennen wir nicht, weil wir die kostenpflichtige Norm nicht eingesehen haben.

Wie lang muss eine Rampe sein?

Teilen Sie den Höhenunterschied durch die Steigung. Bei 51 Zentimetern und 6 Prozent sind es 8,50 Meter, plus Zwischenpodest. Das Rechenbeispiel steht oben.

Wie breit muss eine Rollstuhlrampe sein?

Die KfW fordert für ihre Förderung eine nutzbare Breite von mindestens 1,00 Meter und beidseitige Handläufe in 0,85 Meter Höhe.

Muss ich den Vermieter fragen?

Bei einer festen Rampe ja. Nach § 554 BGB können Mieter die Erlaubnis verlangen, wenn die Veränderung dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dient und zumutbar ist. Eine mobile Rampe braucht in der Regel keine Zustimmung.

Gibt es einen KfW-Zuschuss für die Rampe?

Derzeit nicht. Der Zuschuss 455-B nimmt laut Meldung der KfW vom 31. Juli 2026 keine neuen Anträge an. Der Kredit 159 ist verfügbar, bis 50.000 Euro je Wohneinheit.

Was kostet eine Rollstuhlrampe?

Dafür haben wir keine belegte Preisspanne und nennen keine Zahl. Holen Sie mehrere Angebote ein und lassen Sie sich von einer Wohnberatung helfen.

Ändert die Pflegereform 2027 etwas an der Rampe?

Nach dem Gesetzentwurf bleibt der Zuschuss von 4.180 Euro unverändert. Die höhere Zuzahlung für Hilfsmittel der Krankenkasse gilt dagegen ab 1. Januar 2027 nach einem bereits verkündeten Gesetz.

Quellen & Prüfstand

Abgeglichen 02.11.2026, 05:37

Redaktionell aufbereitete Information, keine Rechts- oder Sozialberatung. Pflege-Lino ist ein privates Angebot und keine Behörde oder Pflegekasse.

Was steht Ihnen zu?

Eine Pflegeberatung prüft Ihre Situation und zeigt, welche Leistungen Sie beantragen können. Kostenlos und unverbindlich.

Die Beratung erfolgt durch einen geprüften Beratungspartner.